Fair geht vor – diese Devise ist für Walter Brinkmann eine Herzensangelegenheit. Und da macht es den Trainer unserer Landesligafußballer schon ein wenig stolz, dass seine Mannschaft auch in der laufenden Saison mit gutem Beispiel vorangeht: Der TuS Sulingen ist nach der Hinrunde in der Fairplay-Wertung mit einem Quotienten von 1,52 Punkten das fairste aller insgesamt 65 Landesliga-Teams der vier niedersächsischen Staffeln Hannover, Lüneburg, Braunschweig und Weser-Ems. Das geht aus der Halbzeitbilanz um den VGH Fairness-Cup hervor, die der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) jetzt veröffentlicht hat.

„Fairness wird oft falsch verstanden“, sagt Brinkmann. Dabei gehe es in erster Linie um Disziplin und das Verhalten bei Schiedsrichterentscheidungen. Ablaufen statt Grätschen, lautet das taktische Motto. Brinkmann: „Vorbildlich sind die Spieler, die den ballbesitzenden Gegenspieler im höchsten Tempo anlaufen, ihn jagen, kein Aufdrehen zulassen, körperlich zur Sache gehen, aber kein Foulspiel machen. Und sich einfach umdrehen, wenn der Schiri doch pfeifen sollte.“ Zudem gebe es eine Vielzahl an Verwarnung wegen Schiedsrichterbeleidigung oder Ballwegschlagens. „Das muss nicht sein“, fordert der Sulinger Trainer.

Gewertet wird nach einem Punktesystem: Im bereits zum 28. Mal ausgetragenen VGH Fairness-Cup werden Gelbe Karten mit je einem, Gelb-Rote Karten mit je drei und Rote Karten mit je fünf Strafpunkten geahndet, zusätzlich schlagen Sportgerichtsurteile oder auch das Nichtantreten von Mannschaften mit zehn Zählern zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Saisonspiele ergibt den Fairness-Quotienten.

Über 7000 Spiele von exakt 954 niedersächsischen Mannschaften aus 64 Staffeln von den niedersächsischen Kreisligen bis zur 1. Bundesliga sind hinsichtlich der Verteilung von Gelben, Gelb-Roten und Roten Karten von den Staffelleitern ausgewertet worden. Und von den 954 Mannschaften in Niedersachsen liegt der TuS Sulingen derzeit punktgleich mit Oberligist VfV 06 Borussia Hildesheim auf Platz 77. Spitzenreiter ist mit 0,27 Punkten Kreisligist BSC Acosta II (Kreis Braunschweig).

Die fairste Mannschaft aus dem Kreis Diepholz ist der TV Stuhr (0,61) als Bester aller Bezirksligisten Niedersachsens und zudem auf Platz zwei in der Gesamtwertung aller 954 Teams. Herzlichen Glückwunsch hierzu den Stuhrern auch von uns!

Dem Siegerteam von Deutschlands größtem Fairnesswettbewerb winkt ein Trainingslager im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen. Das zweitplatzierte Team des Fairness-Wettbewerbs darf sich auf eine Ehrung im Rahmen eines Heimspiels von Hannover 96 freuen und die drittplatzierte Mannschaft erhält einen Sportartikelgutschein im Wert von 1500 Euro. Auch zahlreiche weitere Mannschaften gehen nicht leer aus. Denn die VGH-Versicherungen und die Öffentlichen Versicherungen aus Braunschweig und Oldenburg zeichnen zusätzlich zu den drei fairsten niedersächsischen Mannschaften auch in ihren Regionaldirektionen die jeweils drei fairsten Teams aus. Die insgesamt 39 Mannschaften erhalten Pokale und obendrein profitieren ihre Nachwuchsteams. Denn für die Plätze eins bis drei gibt es Sportausrüstungen im Wert von 1200, 800 bzw. 500 Euro für den Nachwuchs.

Im Vergleich der 33 NFV-Kreise hat Diepholz (Durchschnittsquotient der 30 bewerteten Teams ist 2,15), Sieger von 2016, 2018 und 2019, seine Führung an das Emsland (31 Teams, 2,01) abtreten müssen und ist auf Platz drei zurückgefallen.

Autor: Arne Flügge